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16.06.11 14:01 Uhr

Veruntreuung im Landratsamt

Von: Alex Blinten

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Das Landratsamt in Lauf. Foto: Sichelstiel
Das Landratsamt in Lauf. Foto: Sichelstiel

NÜRNBERGER LAND – Veruntreuung im Jugendamt des Landratsamts Nürnberger Land:  Eine langjährige Mitarbeiterin steht in dringendem Verdacht, über mehrere Monate insgesamt mindestens 80.000 Euro auf eigene Bankkonten geleitet zu haben. Die genaue Schadenssumme steht noch nicht fest. Zwischenzeitlich ist die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Mitarbeiterin ist bis auf weiteres vom Dienst suspendiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Entdeckt wurde der Fall von aufmerksamen Kollegen, denen Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Auf Nachfragen hin räumte die Mitarbeiterin schließlich ein, seit August 2008 gezielt Geld auf eigene Konten umgeleitet zu haben.

Motiv: Finanzieller Engpass

„Die Mitarbeiterin zeigt sich bei der Aufklärung des Falles kooperativ und hat bereits 7.000 Euro des Schadens wieder gut gemacht“, so Landratsamts-Pressesprecher Rolf List dazu. Im Gespräch mit ihren Vorgesetzten äußerte sich die Frau auch zu ihrem Motiv: Es habe einen finanziellen Engpass gegeben. Im Jugendamt war die Mitarbeiterin mit den internen Abläufen genauestens vertraut, besaß darüber hinaus gute Computerkenntnisse und schaffte es so, Kontrollmechanismen zu umgehen. Mit Hilfe eines Computerprogramms (das im Landratsamt regulär eingesetzt wird, jedoch für andere Vorgänge), ließ sie abgeschlossene Altfälle fiktiv wieder aufleben.

Sie ersetzte dann die darin vorkommenden Kontonummern durch ihre eigenen und veranlasste wiederholt, dass Überweisungen mit Beträgen zwischen 400 und 900 Euro getätigt wurden. Bei Rückfragen hatte die Mitarbeiterin stets plausible Erklärungen parat. Die geänderten Kontonummern fielen zunächst niemandem auf.

Konten gesperrt

Nun arbeitet die Staatsanwaltschaft an der Ermittlung der exakten Schadenssumme. Das Landratsamt Nürnberger Land werde in jeder Hinsicht seinen Teil dazu beitragen, dass der Fall in vollem Umfang aufgeklärt wird, betont Pressesprecher List. „Das Amt hat bei der Staatsanwaltschaft die Sperrung sämtlicher Privatkonten der Mitarbeiterin beantragt und einen Anwalt eingeschaltet, um Ansprüche gegenüber der Mitarbeiterin zu sichern.“
Darüber hinaus setze das Landratsamt sämtliche internen Abläufe auf den Prüfstand, um zu verhindern, dass sich ein solcher oder ähnlicher Fall wiederholen kann. Mittäter soll es nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen nicht geben.

Im Landratsamt haben sich die Verantwortlichen offenbar entschlossen, unmittelbar nach Bekanntwerden der Unterschlagung mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen. Rolf List dazu: „Damit wollten wir vermeiden, dass auch nur der Anschein entsteht, hier könnte irgendetwas vertuscht werden.“ 




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