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Kultur PZ
07.06.10 17:30 Uhr

Anna und ihre Oboe

Von: Julia Ziegler

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Foto: Ziegler

LAUF — Wenn Anna Bittel über ihre Oboe spricht, wird ihre Stimme weich und ein Lächeln umspielt ihre Lippen. Die 16-jährige Simonshofenerin spielt das Instrument zwar erst seit vier Jahren – doch hat sich zwischen den beiden schon eine sehr innige Beziehung entwickelt. So innig sogar, dass Anna jetzt beim Bundesfinale des renommierten Wettbewerbs „Jugend Musiziert“ den dritten Preis gewonnen hat. Sie gehört damit nachweislich zu den besten Nachwuchs-Oboistinnen Deutschlands.

Dass Anna erst mit zwölf Jahren mit dem Oboe-Spielen angefangen hat, liegt vor allem daran, dass das Instrument sehr schwer zu lernen ist. „Man muss den Druck erst einmal aufrechterhalten können“, erklärt Anna. „Aber Flöte hat sie schon gespielt, als sie noch kaum laufen konnte“, fügt ihr Vater Lars Groß hinzu. Die Musikalität liegt bei Anna in der Familie: Ihre Mutter Isa ist selbst eine begabte Klarinettistin, Annas 18-jährige Schwester Miriam spielt ebenfalls Klarinette.

„Für mich kamen von vornherein nur Querflöte und Oboe in Frage, und weil ich ein seltenes Instrument spielen wollte, habe ich mich für die Oboe entschieden“, erklärt Anna. Mit diesem Holzblasinstrument verbringt sie nun einen Großteil ihrer Freizeit – sie übt mindestens eine Stunde am Tag. „Aber in letzter Zeit – auch als Vorbereitung für Jugend Musiziert – habe ich schon mehr gespielt“, sagt sie.

Auch in Annas Schulalltag spielt die Musik eine Rolle: Sie besucht das musische Labenwolf-Gymnasium in Nürnberg. Dort hat sie mehr Musik- und dafür weniger naturwissenschaftlichen Unterricht. Ihr Schwerpunktinstrument in der Schule ist das Klavier, Oboenunterricht nimmt sie privat. Außerdem spielt sie bei den „Jungen Fürther Streichhölzern“, einem ursprünglich als Streichorchester gegründeten Jugend-Sinfonieorchester.

„Aber weil die Oboe so selten ist, werde ich auch immer wieder an andere Orchester ausgeliehen“, sagt Anna. Und so ist sie schon ganz schön herumgekommen: Konzertreisen führten sie quer durch Deutschland, nach Frankreich, demnächst steht Rom auf dem Plan. Und jüngst ging es nach Lübeck, zum Bundesentscheid von Jugend Musiziert.

Dort hat Anna zusammen mit dem 16-jährigen Pianisten Adrian Krämer aus Erlangen den dritten Platz in der Wertung für ein Duo aus Klavier und einem Holzblasinstrument. Zuvor hatten die beiden schon den Regional- und den Landesentscheid gewonnen. Gespielt haben sie Stücke von dem zeitgenössischen französischen Eugène Bozza und von Gustav Schreck.

Doch der Weg zu einem nationalen Musikpreis ist weit. „Es dauert schon eine Weile, bis man einen schönen Ton aus der Oboe herausbringt“, gibt Anna zu. „Aber bei Anna ging es ziemlich schnell, ihre Lehrerin war gleich ganz begeistert“, fügt Vater Lars stolz hinzu. „Wenn ein Kind Geige lernt, ist das härter“, sagt er schmunzelnd. Wichtig ist, dass Annas Eltern sie nicht nur emotional unterstützen. „Meine Oboe hat 6000 Euro gekostet, eine gute neue kann schnell mal 10000 kosten. Und auch die Reisen und das alles sind nicht billig“, sagt Anna. Aber später mal, da ist sie sich sicher, kann sie von ihrem „Hobby“ gut leben.

Von ihrer Zukunft hat Anna schon sehr genaue Vorstellungen – obwohl sie bis zu ihrem Abitur noch zwei Jahre Zeit hat. Sie will ihr Hobby zum Beruf machen. „Ich will Solo-Oboistin werden“, sagt sie selbstbewusst. Das ist auch die Eigenschaft, die sie für unabdingbar hält, wenn jemand Berufsmusiker werden will. „Man muss sich durchbeißen können und schon einmal harsche Kritik einstecken können“, weiß sie aus Erfahrung.

Annas designierter Weg führt über München. „Wenn ich es schaffe, würde ich sehr gerne in München studieren“, sagt sie. Dort unterrichtet ihr großes Vorbild, der französische Oboist, Dirigent und Professor Francois Leleux.




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