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Wirtschaft PZ
03.03.11 19:01 Uhr

Verwirrung am Zapfhahn komplett

Von: Alisa Müller

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Bärbel Specht ist verunsichert „E10 oder nicht E10“ und wäre froh, wenn der Biosprit nicht mehr fließt. Foto: Müller
Bärbel Specht ist verunsichert „E10 oder nicht E10“ und wäre froh, wenn der Biosprit nicht mehr fließt. Foto: Müller

LAUF — Die Nachricht kam gestern Nachmittag überraschend und wurde auch von Laufer Autofahrern, Tankstellenbetreibern und Autohäusern mit Erleichterung aufgenommen: Die Einführung des Biosprits E 10 ist vorerst gestoppt, hieß es. Am Abend war die Verwirrung dann komplett, nachdem es hieß, die Einführung des Biosprits wird nur da gestoppt, wo es ihn noch gar nicht gibt. Für Lauf würde das bedeuten, E 10 fließt weiter.

Marcus Langenberger, Serviceleiter beim Autohaus Rechter in Lauf, war nach den ersten Meldungen von der Rücknahme von E 10 erleichtert. Auch deshalb weil die Massen von Anfragen verunsicherter Autofahrer zum Biokraftstoff kaum noch zu bewältigen waren. Jetzt hofft er „im Sinne unserer Kunden“ dass vor der weiteren Einführung mehr Tests mit dem Biokraftstoff durchgeführt werden, weil es zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch keine Langzeitversuche mit E 10 gebe.

Besonders ärgerlich: Der Audi-Spezialist Langenberger hat von seinen Kunden gehört, dass E 10 einen Mehrverbrauch von bis zu zehn Prozent verursache. Deswegen informierte er Ratsuchende zuletzt nicht nur darüber, ob ihr Auto nach offizieller Darstellung das E 10 verträgt, er rechnete auch vor, dass es eventuell sogar günstiger ist, den teureren Super-Treibstoff zu tanken.

Elisabeth Friedrich, die im Servicebereich des Autohauses Friedrich arbeitet, erzählt, 50 bis 60 Anrufe am Tag wegen E 10 bekommen zu haben.

Und oft konnten manche Autohäuser der Region gar keine wirklich verbindlichen Auskünfte geben, wie die PZ-Umfrage bestätigt: weil sie von den Konzernen teilweise selbst täglich noch wechselnde Angaben zur E 10-Verträglichkeit von verschiedenen Modellen bekamen.

Auch Laufer Tankstellenbetreiber wären froh über einen vorläufigen Stopp des Biosprits gewesen: „Weil dann genug Zeit bliebe, die Autofahrer besser aufzuklären, wie ein Pächter sagte. „Die Nachfragen, ob das eigene Auto E 10 verträgt, werden immer mehr“, bestätigt auch Jochen Pohl von der Esso-Tankstelle in Lauf. Und dies über zwei Wochen nach der Einführung von E 10 an seiner Tankstelle. Viele würden aus Prinzip Super oder SuperPlus tanken, weil sie einfach nicht wissen, ob ihr Auto E 10 verträgt.

Zita Weritz von der Avia Tankstelle Lauf hatte während der letzten Wochen ebenfalls eine steigende Verunsicherung unter den Autofahrern bemerkt. „Die Autofahrer sind schlecht informiert und haben sich nicht mit dem Thema beschäftigt“, lautete ihre Einschätzung der Lage. Aus Haftungsgründen konnte sie bei Nachfragen allerdings immer nur an die Werkstätten oder das Internet verweisen. Eine andere Mitarbeiterin einer Laufer Tankstelle erzählte, dass viele zuerst getankt und dann erst gefragt hätten, ob ihr Auto überhaupt den Kraftstoff E 10 vertrage.

Viele Autofahrer in Lauf fühlten sich durch die teilweise schlechte Beschilderung an den Tankstellen zusätzlich verunsichert. Wenn zum Beispiel aus zwei Zapfhähnen E 10 floss, konnten viele nicht glauben, dass das wirklich zwei Mal das Gleiche ist.

Auch neue erfundene Produktnamen für das alte „Super“ verwirren die Kunden, beispielsweise an der Shell-Tankstelle in Lauf.

Ein Tankstellenbetreiber erklärt sein Dilemma: Auch die Presse mache die Leute verrückt, indem zum Beispiel der ADAC verlauten lässt, dass E 10 nichts bringt. Auf der anderen Seite müsse die Tankstelle aber laut Gesetzgeber eine Mindestmenge E 10 verkaufen.

„Wenn man einmal die falsche Zapfsäule nimmt, geht der Motor kaputt“, erklärt Bärbel Specht aus Lauf, die ein 17 Jahre altes Auto fährt, ihre Ängste beim Tanken. Und sie ist nicht die Einzige mit solchen Sorgen: Das ist die denkbar schlechteste Lösung, denn Fahrzeuge, die kein E 10 vertragen, können schon bei einmaligem Betanken mit dem Biokraftstoff nachhaltig geschädigt sein, wie der ADAC auf seiner Homepage berichtet.

Andreas Falkner aus Lauf ist ein anderer verunsicherter Autofahrer. Er hat gehört, dass Autos, die über zehn Jahre alt sind, den neuen Biosprit nicht vertragen, aber konkret erkundigt hatte er sich auch nicht. Er tankt bisher weiter Super-Benzin.

Andreas Burkhardt aus Lauf hat im Internet nachgeschaut, ob sein Auto den neuen Kraftstoff verträgt, und tankt jetzt E 10. „Weil es billiger ist“, erklärt er. Ihn stört an der Diskussion vor allem, dass die Langzeitwirkung von E 10 noch nicht untersucht ist.

Der Kraftfahrer-Schutzbund (KS) dagegen sieht keine größeren Probleme, wie er gestern noch in einer Pressemeldung verlauten ließ: Die meisten Autos würden E 10 problemlos vertragen. Außerdem hätten die Autofahrer genug Möglichkeiten, sich zum Beispiel im Internet zu informieren.




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